Entschuldigung, aber in Ihrem Browser ist JavaScript nicht verfügbar oder deaktiviert. Daher kann es sein, dass sich einige Elemente dieser Seite nicht verwenden lassen!
28.05.2019

Marlene Mortler besucht Physiotherapeuten und Podologen des DEB Schwabach


 

Ungewöhnlicher Termin für die CSU-Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler: Bei den Klassen für Physiotherapie und Podologie des Deutschen Erwachsenen-Bildungswerks (DEB) in Schwabach ging es nicht um ihre Spezialthemen Landwirtschaft, Ernährung oder Tourismus, auch Mortlers Ehrenamt als Drogenbeauftragte der Bundesregierung war kein Thema, nicht einmal die bevorstehende Europawahl. Stattdessen gab Mortler ausschließlich Auskunft zu Fachfragen der Gesundheitspolitik und des Gesundheitswesens, die die angehenden Physiotherapeuten und Podologen direkt betreffen.

Hauptthemen waren das von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angestoßene und erst am 11. Mai in Kraft getretene „Termin-Service- und Versorgungsgesetz“ (TSVG) sowie die Schulkostenfreiheit für Heilmittelberufe. Rund 30 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Lehrkräfte waren gekommen und diskutierten eine Stunde lang engagiert und fachkundig mit der Abgeordneten – unter der Moderation der DEB-Schulleiterin Dorothee Lischke.

Mortler unterstrich, im schwarz-roten Koalitionsvertrag des Bundes sei die Schulkostenfreiheit als Ziel festgehalten, sie müsse allerdings von den Ländern umgesetzt werden. Nordrhein-Westfalen und vor allem Bayern seien hier die Vorreiter. Wegen der Landtagswahl 2018 konnte in Bayern allerdings erst kürzlich der neue Doppelhaushalt verabschiedet werden, so dass erst klar sei, dass der „Gesundheitsbonus“ von 19 auf 46 Millionen Euro aufgestockt wird, so Mortler. Diesen sollten die Berufsfachschulen in Anspruch nehmen und aufs Schulgeld verzichten, so dass das Schulgeld bereits rückwirkend zum zweiten Halbjahr 2018/19 aufgehoben werden könne.

Das TSVG definiere die gute und wohnortnahe Versorgung mit Medizinern und Heilberufen, also auch Physiotherapeuten und Podologen, als Aufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), sagte Mortler. Es solle einmal für schnellere Facharzttermine sorgen, aber auch die Bezahlung der Therapeuten werde auf dem bundesweit höchsten Niveau angeglichen. „Ziel ist höhere Attraktivität und mehr Verdienst in Ihren wichtigen Berufen“, erklärte Mortler. Deutschland benötige dringend mehr Physiotherapeuten und Podologen, das zeigten die vielen Stellenanzeigen in diesen Bereichen.

Die Fragen der Schwabacher Podologie- und Physiotherapie-Schüler hatten es durchaus in sich: Etwa warum diese Berufe immer noch in Berufsfachschulen mit Praktika ohne jedes Gehalt gelernt werden müssen – ob es nicht sinnvoller sei, sie in reguläre Lehrberufe mit Blockschule und immerhin geringem Gehalt umzuwandeln. Warum die überaus komplizierten und bürokratischen Abrechnungen mit den Krankenkassen nicht einfacher würden, denn derzeit brauche ein Therapeut fast so viel Zeit für die Abrechnung wie für die Tätigkeit an sich. Warum Fachärzte wie Orthopäden oder Hautärzte sich mitunter sträubten, Podologie-Schülern die Pflichtpraktika zu ermöglichen.

Oder: Warum die Kassenärztliche Vereinigung Bayern ausgerechnet Fußnägel-Spangen als eigene ärztliche Leistung definiert hätten und den spezialisierten Podologen damit das Wasser abgrüben – wobei die Arzthelferinnen bei weitem keine so gute Ausbildung auf genau diesem Gebiet hätten wie die Podologen. Marlene Mortler sicherte zu, die zuständigen Heilberufe-Berichterstatter im Gesundheitsausschuss sowie das Ministerium mit den Fragen zu löchern und die Antworten dann an das DEB weiterzuleiten. Um die Lösung einiger der Probleme müssten sich eigentlich die Standesvertretungen der Physiotherapeuten und Podologen kümmern. Zumindest im letzten Punkt stimmte Mortler den angehenden Podologen völlig zu: „Es kann nicht sein, dass wir einerseits die Heilberufe gesetzlich aufwerten, und dann ziehen die Ärzte ein wichtiges Tätigkeitsgebiet an sich.“

Text: Wolfram Göll

 

INFORMATION Zum Foto

Die CSU-Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler (l.) zu Besuch bei den Podologie- und Physiotherapie-Schülerinnen und -Schülern des Deutschen Erwachsenen-Bildungswerks (DEB) in Schwabach, rechts Schulleiterin Dorothee Lischke. (Foto: Wolfram Göll)