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02.05.2019

Käsespätzle verbinden Kulturen

Integrationsprojekt für Frauen und Mütter beim DEB


 

Waiblingen. Nachdem sie die Zutaten zusammengestellt und den Teig gerührt haben, wenden sich die 25 Frauen aus insgesamt sechs verschiedenen Ländern der Königsdisziplin in der schwäbischen Küche zu – handgeschabten Spätzlen. Die Atmosphäre ist ungezwungen. Nach wenigen Übungsversuchen sehen die Spätzle schon nahezu perfekt aus. Die Gruppe trifft sich an vier Tagen in der Woche im Rahmen eines Integrationsprojektes im Deutschen Erwachsenen-Bildungswerk (DEB) in der Bahnhofstraße. Über das gemeinsame Kochen wird vor allem der kulturelle Austausch gefördert und ein Team gebildet, das zusammen die Hauptziele des vom Europäischen Sozialfonds geförderten Projektes erreichen will.

Im Januar ist das Projekt DAME 2.0 gestartet, das Migrantinnen bei der Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt unterstützt. Dabei liegt der Fokus vor allem auf der Deutschsprachförderung als wichtiger Schritt zur Eingliederung in Gesellschaft und Berufsleben. Denn nur mit ausreichenden Kenntnissen der deutschen Sprache haben die Teilnehmerinnen überhaupt eine Chance, soziale Integration zu erreichen.

Da in Waiblingen der Anteil arbeitsloser Frauen und Mütter mit Migrationshintergrund wächst, richtet sich das Projekt speziell an diese Zielgruppe. Im Verlauf des Projekts geht es darum, nachhaltig Schlüsselkompetenzen zu fördern, den Teilnehmerinnen Orientierungsmöglichkeiten zu bieten, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sie damit besser in die Gesellschaft einzubinden. Selbst familiäre Verpflichtungen sollen dabei nicht im Wege stehen. Deshalb organisiert das DEB bei Bedarf sogar eine Kinderbetreuung während der Kurszeiten, damit die Frauen sich ungestört auf die Aufgaben im Projekt konzentrieren können. Jede Teilnehmerin erhält ihren individuellen Projektplan, der die persönlichen Fähigkeiten sowie das berufliche und schulische Bildungsniveau berücksichtigt. Das Ziel ist für alle das gleiche: ein fester Arbeitsplatz!

Das Projekt läuft noch bis Ende Oktober. Aufgrund ihrer oft fehlenden schulischen oder beruflichen Abschlüsse und unzureichender Deutschkenntnisse besaßen die Frauen anfangs nur ein geringes Selbstwertgefühl. „Sprachlich macht die Gruppe schon große Fortschritte“ sagt Projektleiterin Vera Aiello. Bis Oktober gibt es aber noch einiges zu tun. In enger Zusammenarbeit mit den Coaches erwerben die Frauen IT- und Medienkompetenz sowie Wissen über Schulsysteme, Sozialversicherungssysteme, Berufsbilder, Arbeitsmarkt, Werte und Normen, Rechte und Pflichten. Sie lernen, sich selbst einzuschätzen und wie sie Tagesstrukturen über einen längeren Zeitraum aufbauen. Bewerbungstraining, Betriebsbesichtigungen und Behördengänge stehen an.

Die Nachfrage nach dem Projekt ist groß. Im November wird es deshalb erneut starten. Für die Zukunft wünscht sich Vera Aiello, „dass die Perspektiven für viele Teilnehmerinnen am Ende des Projektes positiv sein werden und sie ihre oft isolierte Situation als Hausfrau und Mutter verlassen können. Man merkt, dass der Wunsch nach Arbeit bei vielen Frauen vorhanden ist.“


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